Velohauslieferdienst für die Stadt Bern

13.02.2014 14:44

Motion im Stadtrat

Der Stadtrat hat schon mehrfach seinen Willen geäussert, einen Velohauslieferdienst zu realisieren
– zuletzt bei der Behandlung der Fristverlängerung einer Motion im Januar 2013 (Motion Fraktion
SP/JUSO, Beat Zobrist: Projekt Velo-Hauslieferdienst umsetzen; 2009.SR.000330). Im Gegensatz
zu anderen Städten und Gemeinden, mittlerweile sind es schweizweit 21 Angebote, wurde in Bern
ein solches Projekt aber bisher nicht umgesetzt. Während 2007 der Gemeinderat in einer Interpellation
sich noch dahingehend äusserte, dass er „den Hauslieferdienst möglichst schnell einführen
will“, erachtete er in seiner Antwort auf die erwähnte Motion, dass er es in der geforderten Form als
nicht erfüllbar erachte. Als Grund gab der Gemeinderat an, dass ein Velohauslieferdienst als Sozialhilfeprojekt
(angegliedert ans Kompetenzzentrum Arbeit KA) andere, erfolgreich funktionierende
Projekte im Bereich der beruflichen und sozialen Arbeitsintegration gefährden würde.

Die in der Schweiz existierenden Haulieferdienst-Angebote sind unterschiedlich organisiert. Es gibt
zahlreiche Projekte, die als Beschäftigungsprogramm umgesetzt wurden (z.B. Burgdorf, Luzern).
Heute entstehen die meisten Angebote aus einer Zusammenarbeit vom Detailhandel, öffentlicher
Hand und Betreibende (z.B. in Biel wurde der Hauslieferdienst vom Stadtmarketing, der Stadtplanung
und der Geschäftsvereinigung initiiert).

Die SP ist nach wie vor fest davon überzeugt, dass auch Bern ein Velohauslieferdienst braucht.
Andere Städte haben dies in letzter Zeit vorgemacht (Genf und Zürich) und demnächst wird in der
Stadt Basel der Velo-Hauslieferdienst flächendeckend umgesetzt. Dies auf Initiative eines grossen
Detailhändlers in Zusammenarbeit mit der Stadt und anderen Gewerbetreibenden.
Mit dem Verein Velo-Lieferdienste Schweiz (VLD) besteht seit 2012 eine Plattform, die schweizweit
die Planung, Umsetzung und den Betrieb von Angeboten der nachhaltigen Warenfeinverteilung
fördert. Partner sind u.a. Coop und Migros.

Der Gemeinderat wird deshalb beauftragt,
a. zu prüfen, welches Modell für die Stadt Bern sinnvoll ist, ein Angebot eines Velohauslieferdienstes
zu realisieren. Dabei soll sie auch die Zusammenarbeit mit dem Detailhandel suchen
sowie aufzeigen, inwiefern Synergien mit bestehenden Angeboten der Arbeitsintegration (z.B.
Velostation) oder anderen potentiellen Anbietenden zielführend sind.
b. ein Projekt Velohauslieferdienst umzusetzen, falls nötig zuerst in einer Pilotphase.
c. wenn erforderlich, dem Stadtrat eine Kreditvorlage vorzulegen.